Digitalisierung von 1″ Type A, B und C

1″ Type A wurde 1965 von Ampex, 1″ Type B 1975 von Bosch und 1″ Type C 1978 gemeinsam von Ampex und Sony eingeführt. Type C löste im professionellen Fernsehen das 2″ Quadruplex ab und stand bis in den frühen 1990er im Einsatz. Es wurde von Betacam abgelöst.

Heute sind alle 1″ Typen faktisch ausgestorben. Noch nicht digitalisierte Bänder sollten deshalb dringend digitalisiert werden. Korrekt funktionierende Geräte für Type A und B sind äusserst rar geworden. Wir bieten diese Dienstleistung nicht an, können aber für Type C das Atelier für Videokonservierung empfehlen.

Inhalt


Grundsätzliches

  • Das Archiv sollte immer Dateiformate wählen, das es intern handhaben kann. Sollte dies nicht möglich sein, dann müsste das Archiv unbedingt die Dateien für die Konservierung einer anderen Institution oder einer spezialisierten Firma anvertrauen, sonst würde es nämlich riskieren, die ihm anvertrauten Kunstwerke und Dokumente zu verlieren.
  • Mindestens zwei Sicherheitskopien der Dateien auf LTO-Magnetband anlegen, in geografisch klar getrennten Standorten (mindestens mehrere Kilometer voneinander entfernt) bei konstanter Temperatur und Feuchte (höchstens 20 °C und 50% rF) lagern und pflegen. Drei Sätze werden in der Regel empfohlen.

Archivformat

Empfohlen
Dateiformat: Matroska-, MP4-, MOV- oder AVI-Container
Dateinamen-Erweiterung: mkv, mp4, mov bzw. avi
Auflösung: 768 x 576 Pixel für PAL bzw. 640 x 480 Pixel für NTSC
Farbmodell und Unterabtastung: Y′CBCR 4:2:2 gemäss Rec. 709 (oder eventuell Rec. 601)
Quantisierungsauflösung: 10 bit
Dateigrösse: 100 GB/h für PAL bzw. 70 GB/h für NTSC unkomprimiert (ja nach Bildinhalt zwischen ein und zwei Drittel des Volumens mit verlustfreier FFV1-Komprimierung)

Bemerkungen

  • Eine nicht komprimierte Video-Datei oder eine Video-Datei mit verlustfreier Komprimierung für jedes Band anlegen.
  • Die MD5- oder SHA-Hashwerte für jedes Einzelbild berechnen und in einer Datei pro Band zusammenfassen.
  • Da das vorgeschlagene Archivformat auf jeden modernen Computer in Echtzeit abgespielt werden kann, erübrigen sich «Mezzanine»-Formate für die professionelle Bearbeitung.
  • Man sollte strikte genommen Y′CBCR schreiben, aber oft wird in der Videowelt die Schreibweise Y′CbCr benützt. Und Y′UV ist zwar etwas anderes, aber in der Computerwelt wird oft YUV für Y′CBCR verwendet.

Bibliografie

  • Reto Kromer: On Audio-Visual File Formats, 2015–04–24
  • Memoriav Empfehlungen Video. Die Erhaltung von Videodokumenten, Memoriav, Bern 2006 [PDF, 1.8 MB]
  • Videotape Identification and Assessment Guide, Texas Commission on the Arts, Austin TX 2004 [PDF, 12.4 MB]

2018–07–20