Digital Cinema Package (DCP)

DCP ist das heute übliche Dateiformat für die Kinovorführung, das in der Schweiz etwa 2012–2013 die 35-mm-Filmkopie faktisch ersetzt hat. Es ist ein Folder, der oft fünf Dateien enthält. Die Hauptdatei besteht aus einem MXF-Container, der fürs Bild in der Regel den JPEG-2000-Codec einsetzt, das allerdings meistens in der Praxis auf den XYZ-Farbraum aufbaut.

DCP kann für die Archivierung nicht empfohlen werden, weil die Daten komprimiert und meistens auch verschlüsselt sind. Mehrere Archive betrachten es dennoch als archivtaugliches Format, aber in diesem Falle sollten die DCPs möglichst unverschlüsselt vorliegen. Es ist allerdings nur eine Frage der Zeit, bis der Algorithmus fürs Knacken der DCP-Verschlüsselung veröffentlicht sein wird. DCDM würde sich für die Archivierung wesentlich besser eignen, wird aber heute bei weitem nicht immer hergestellt.

Das DCP ist fürs Archiv eine noch nie früher gewesene Möglichkeit, Inhalte einem breiten Publikum vorzuführen.

Bemerkungen

  • Mit der unentgeltlichen Software DCP-o-matic können professionnelle DCPs auf einfache Weise hergestellt werden.
  • Die Diskussionen zu einem Nachfolgeformat für die Filmvorführung läuft zur Zeit in Hollywood auf Hochtouren.
  • Es wird zudem zur Zeit eine Diskussion über die Standardisierung eines «DCP/A»-Formates für die Archivierung geführt.

Bibliografie

  • Digital Cinema System Specification. Version 1.2 with Errata as of 30 August 2012 Incorporated, Digital Cinema Initiatives, 2012 [PDF, 2.4 MB]
  • Torkell Sætervadet: FIAF Digital Projection Guide, International Federation of Film Archives, Brussels 2012

2018–05–23